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AHV und IV sind unter Druck: Reformen dringend nötig

compenswiss, der Ausgleichsfonds für AHV, IV und EO, verzeichnet für das Jahr 2025 ein solides Anlageergebnis mit einer Nettorendite von 6,34 Prozent. Doch der Verwaltungsratspräsident warnt sogleich: Es werde immer schwieriger, den gesetzlich vorgeschriebenen Fondsbestand von 100 Prozent einzuhalten. Reformen werden dringlicher.

Das Anlageresultat ist erfreulich: Mit einer Nettorendite von 6,34 Prozent hat compenswiss in einem geopolitisch schwierigen Umfeld ein solides Ergebnis erzielt. Das von compenswiss verwaltete Gesamtvermögen hat sich damit um fast 4,5 Milliarden auf über 50 Milliarden Franken erhöht. Ein Grund zum Durchatmen ist die gute Performance dennoch nicht: Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) rechnet bereits ab 2026 mit einem negativen Umlageergebnis für die AHV. Die Einnahmen würden damit nicht mehr ausreichen, um die laufenden Ausgaben zu decken. Mit dafür verantwortlich ist die 13. AHV-Rente, über die im Jahr 2024 entschieden wurde und die im Dezember 2026 erstmals ausgezahlt wird. Bis dato ist deren Finanzierung nach wie vor ungeklärt, weshalb bereits jetzt Liquiditätsreserven in Höhe von 2 Milliarden Franken gebildet werden mussten. Besonders hellhörig macht die Warnung von Verwaltungsratspräsident Manuel Leuthold: Mit der 13. AHV-Rente werde es immer schwieriger, den gesetzlich vorgeschriebenen Fondsbestand von 100 % der jährlichen Ausgaben zu gewährleisten. Dieser Wert ist jedoch wichtig, um die Stabilität des Systems zu wahren. Massnahmen wie eine AHV-Schuldenbremse, die die Unterschreitung eines gewissen Schwellenwerts an eine Erhöhung des Rentenalters um einige Monate koppelt, müssen dringend diskutiert werden.

Sorgenkind IV mit Reformbedarf

Noch schwieriger als die finanzielle Lage der AHV sieht jene der IV aus. Aufgrund der steigenden Zahl neuer Renten verschlechtern sich die Finanzperspektiven dort sogar noch drastischer. Der Bundesrat hat daher Leitlinien für die Reform verabschiedet. Diese setzen vor allem bei der (Re)Integration an. Dieser Ansatz ist aus Sicht der Arbeitgeber richtig. Eine Zusatzfinanzierung über die Erhöhung von weiteren Lohnabgaben gilt es unbedingt zu vermeiden.

Blick muss auf Ausgabenseite gerichtet werden

Statt die schwierige Lage der Sozialwerke anzuerkennen und tragfähige und langfristige Lösungen zu suchen, werden laufend weitere Ausbauwünsche und -ideen debattiert. Dies ist angesichts der aktuellen Lage gefährlich. Während jegliche Zusatzfinanzierung über Lohnabgaben Arbeitgeber und Arbeitnehmende gleichermassen schwächt, sorgt der zunehmende Leistungsausbau dafür, dass die Sozialwerke nach und nach ins Wanken geraten. Um der nächsten Generation keine maroden, verschuldeten Sozialwerke zu überlassen, braucht es jetzt dringend Reformen.

Der Artikel stammt von der Website des Schweizerischen Arbeitgeberverbands.

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